Corona – oder wodurch dürfen wir sterben?

Lesezeit: ca. 4 min / darüber nachdenken: jedem selbst überlassen

Beim Corona Virus ist mir wieder einmal aufgefallen, dass beim Tod irgendwie immer unterschieden wird. Ich möchte das nicht verharmlosen, denn jeder einzelne Todesfall ist eine Tragik für sich.

Nur, wenn wir wegen Todesfällen durch einen Virus in Panik und Hysterie verfallen, warum interessieren uns dann die Todesfälle nicht, die durch Bomben verursacht werden?

Bei Bombentoten wäre es doch ganz einfach diese zu vermeiden: einfach keine Bomben mehr abwerfen!

Das geht nicht? Warum? Weil die Bomben ja für eine gute Sache abgeworfen werden und Menschen dabei dann für eine gute Sache getötet werden? Oder weil die Rüstungsindustrie auch weiterhin Milliarden verdienen muss? …..

Ein natürlicher Tod (wobei ich es mir mit der Einteilung „natürlich“ einfach gemacht habe) ist immer ein Tod der etwas ganz Schreckliches ist und der muss dann auch bekämpft werden. Aber Tod durch kriegerische Gewalt wird einfach so hingenommen.

Nimmt man z.B. einen natürlichen Tod durch Herzinfarkt: da müssen wir etwas gegen tun, wie z.B. Unterweisung in Erste Hilfe und überall Defibrillatoren aufstellen. Oder beim Tod durch Krebs; seit den 70er Jahren wird ein Krieg gegen Krebs geführt: jedes Jahr werden Milliarden um Milliarden investiert um ein Mittel gegen Krebs zu finden. Organversagen: es werden Gesetze geändert damit mehr Organe für Transplantationen zur Verfügung stehen. Oder Masern: es wird eine Impfpflicht eingeführt.

Beim Krieg in Afghanistan sind bisher über 50 deutschen Soldaten gestorben. Warum? Was genau haben deutsche Soldaten in Afghanistan verloren?

In Kundus sind durch den Bombenabwurf eines deutschen Oberst (der danach zum General befördert wurde) über 100 Zivilisten getötet worden. Hatten diese Menschen kein Recht darauf weiter zu leben? Keine Bombe – keine Toten!

Laut offiziellen Zahlen des Pentagon sind allein im Jahr 2019 allein über Afghanistan 7.423 Bomben abgeworfen worden. Das sind pro Tag ca. 20 Bombenabwürfe. Wie viele Menschen dabei ums Leben gekommen sind erfahren wir nicht. Aber ich spekuliere einmal das es mehr sind, als bisher durch Corona umgekommen sind.

Und das ist nur Afghanistan. Dies lies sich leider fast endlos erweitern. Hier ist ein interessanter Artikel wo der Versuch unternommen wurde die Toten wenigstens ungefähr zu zählen, die der sogenannte Werte Westen in den letzten 27 Jahren verursacht hat: http://justicenow.de/2018-02-07/der-westen-toetet-im-orient-329-menschen-jeden-tag-seit-27-jahren/

Hier in Deutschland verfallen wir nun in Panik wenn wir einen anderen husten sehen (am besten noch einen Asiaten). Aber ich denke, dass dieser Spuk in ein paar Wochen vorbei ist und danach ist das Thema genauso wie seinerseits die Vogelgrippe oder SARS schnell wieder vergessen.

Aber auch wenn es in Afghanistan zu einem Friedensvertrag kommen sollte, wird die traumatisierte Bevölkerung sich jedes Mal fürchten wenn sie ein Fluggeräusch über sich hört; Kinder fangen an zu weinen und verstecken sich. Und diese Angst wird für viele, viele Jahre weiter gehen. Diese Menschen werden ihr Lebenlang traumatisiert sein.

Ich bin wohl wie fast jeder der Meinung, dass man Menschenleben schützen und retten soll (und im Fall des Corona Virus sind bestimmte vorbeugende Maßnahmen sicherlich angebracht). Aber ich unterscheide nicht zwischen den Menschen. Ob z.B. eine Impfpflicht für Masern sinnvoll ist darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein und diskutieren. Aber ob der Abwurf von Bomben sinnvoll ist, darüber kann man nicht diskutieren! Da gibt es einfach keinen Sinn. Bomben bringen nur Tod und Zerstörung.

Die einzige Gewissheit die wir bei unserer Geburt haben, ist, dass wir irgendwann einmal sterben werden. Da können wir uns noch so sehr anstrengen und forschen, dies wird sich nicht ändern.

Und wenn keiner durch einen „natürlichen“ Tod wie z.B. Corona sterben darf, dann darf erst Recht kein Mensch mehr durch eine Bombe sterben!

Ergänzung:

In einem Artikel auf Rubikon wird u.a. die Frage gestellt warum nicht darüber gesprochen wird, ob das Nato-Großmanöver Defener 2020 abgesagt wird. Zehntausende Soldaten die auf engem Raum zusammenleben und sich durch verschiedene Länder bewegen, könnten doch auch für die Verbreitung des Virus eine Gefahr sein. Aber die Frage einer Absage des Manöver wird nie gestellt.

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