Freddie Mercury

Lesezeit: ca. 7 min / darüber nachdenken: jedem selbst überlassen

Wollen wir unser Leben mit Tage füllen, oder wollen wir unsere Tage mit Leben füllen?

Als Freddie Mercury 1991 im Alter von 45 Jahren starb, hatte ich mich mit einem Kollegen kurz darüber unterhalten. Wir waren beide der Meinung dass er mit 45 Jahren viel zu früh gestorben ist, aber das sein Leben bis dahin wohl viel ereignisreicher war als es unser je sein wird.

Leben mit Tage füllen

In der nun seit Wochen andauernden Coronasituation geht es immer nur um die Frage, die Lebenszeit möglichst zu verlängern. Wir stellen uns aber nie die Frage wie denn unser Leben bis zum unvermeindlichen Ende, dem Tod, aussehen soll. Vier von vier sterben!

Hätte man Freddie Mercury die Wahl gegeben noch 20 oder mehr Jahre zu leben unter der Bedingung das es keine Konzerte (wie z.B. dieses im Londoner Wembley Stadion) oder Auftritte (wie diesen mit Montserrat Caballé) mehr gibt, hätte er dann zugestimmt?

Soll unser Leben nur möglichst lange dauern, also das Leben nur mit Tage gefüllt werden? Ist es uns egal wenn man 75jährig alleine in seiner Wohnung die Zeit verbringt, da man keinen Besuch empfangen darf? Freud man sich über jeden Tag den man leben darf, obwohl man seine Enkel und Urenkel nur über Skype sehen darf?

Tage mit Leben füllen

Wollen wir nicht ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen? Wollen wir nicht selbst entscheiden ob wir zu Konzerten oder sonstigen Veranstaltungen gehen? Brauchen wir für solche Entscheidungen die Hilfe von Menschen die wir gar nicht kennen?

Als Kinder und Jungendliche haben wir gegen unsere Eltern rebelliert wenn wir unser Zimmer aufräumen mussten. Und nun lassen wir uns von Leuten, die wir nur aus dem Fernseher “kennen”, sogar in unsere Zimmer einsperren.

Natürlich kann nicht jeder ein Künstler sein wie z.B. Freddie Mercury es war. Aber nutzen wir unsere Tage um diese mit Leben zu füllen? Selbstverständlich bedeutet es für jeden etwas anderes seine Tage mit Leben zu füllen. Aber es ist notwendig sich darüber Gedanken zu machen. Vielleicht hat man, wenn man seine Tage mit Leben gefüllt hat, am Ende nicht mehr das Bedürfnis noch einen Tag und noch einen Tag anzuhängen.

Und vielleicht können wir dann auch viel besser loslassen wenn eine geliebte Person uns verlässt, wenn wir wissen das sie ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben geführt hat.

meine Gedanken zum eigenen Tod

Ich persönlich habe eine Patientenverfügung wo ich festgelegt habe, dass ich nicht durch Apparatemedizin am Leben gehalten werden möchte. Wird bei den Coronapatienten die an Beatmungsmaschinen angeschlossen werden auf solche Patientenverfügungen geachtet?

Mein Eindruck ist das die meisten Menschen, genau so wie ich es bis vor ein paar Jahren auch gemacht habe, das Thema Tod größtenteils aus ihren Gedanken gestrichen haben. Der Tod wird in unserer Gesellschaft aus unserem Blickfeld gedrückt. Und erst wenn es dann abzusehen ist das man bald Sterben wird, beschäftigt man sich damit. Natürlich sollte man sich nicht täglich damit beschäftigen, aber sich hin und wieder darüber mal Gedanken zu machen, kann vielleicht dazu beitragen, dass der Tod seinen Schrecken etwas verliert.

Es ist natürlich auch schwierig sich damit auseinander zu setzen. Ich lese zur Zeit ein Buch über Nahtoderfahrungen. Es stellt sich mir da permanent die Frage, ob es stimmt, das die Personen diese Nahtoderfahrung wirklich erlebt haben. Oder ist das alles ausgedacht? Oder spielt ihnen ihr Gedächtnis einen Streich? Ich weiß es nicht und ich werde es auch erst frühestens, wenn überhaupt, bei meinem Tod erfahren. Trotzdem finde ich es für mich sehr gut sich damit auseinander zu setzen.

Ich sage für mich, wenn ich Pech habe sterbe ich morgen und wenn ich großes Pech habe werde ich 90 Jahre alt. Aus meiner jetzigen Sicht kann ich mir nicht vorstellen, dass, wenn ich 80 Jahre alt bin, es noch etwas gibt, so dass ich unbedingt 81 Jahre werden muss.

Verhältnismäßigkeit

Bei allem was man tut ist es wichtig die Verhältnismäßigkeit beachten, auch bei Maßnahmen wo es um Menschenleben geht. Deshalb möchte ich jeden Bitten in den nächsten Wochen und Monaten zu beobachten wieviele Menschen an den Maßnahmen gegen die Coronapandemie sterben werden. Dies wird man, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt finden. Für diese Menschen wird es keine Sondersendungen geben.

Wie werden sich die Selbstmordzahlen entwickeln? Wird es so sein wie bei der Finanzkrise oder noch schlimmer? Das gleiche gilt auch für andere Kranke die an den Folgen fehlender Behandlungen sterben werden: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/krebstote-durch-finanzkrise-zusaetzlich-starben-500-000-menschen-a-1094316.html. Oder die Hungertoten die zu befürchten sind: https://www.heise.de/tp/features/Indien-Die-toedlichen-Folgen-der-Ausgangssperre-4708321.html.

Anmerkung

Wie ich schon meinen Beitrag “Corona – oder wodurch dürfen wir sterben” geschrieben habe, finde ich es befremdlich das wir Tote z.B. durch Drohnen und die Millionen Tote durch Kriege (Durch Krieg und genozidale Sanktionen tötete der Westen im Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia, Jemen und Pakistan in den letzten 27 Jahren 3.303.287 Menschen – im Schnitt 329 jeden Tag) einfach hinnehmen, aber Tote durch Krankheiten, die nun mal vorkommen, als tragisch ansehen.

Auch stelle ich mir die Frage, warum sich ein Politiker in Berlin plötzlich um meine Gesundheit so sorgt. Er kennt mich nicht und hat mich auch noch nie gesehen. Warum interessiert ihn denn meine Gesundheit z.B. beim Thema Glyphosat nicht?

Und wenn unsere Politiker wirklich so an der Gesundheit der Menschen interessiert wären wie sie es vorgeben, warum werden dann die Sanktionen gegen Iran nicht aufgehoben? Zählt nicht jedes Leben gleich viel? Egal ob es meins ist oder eines im Iran? Alleine durch die Sanktionen sterben im Iran schon Menschen und nun durch die Coronakrise sind es noch mehr, weil die notwendigste Schutzausrüstung nicht gekauft werden darf. Zählen diese Menschen für unsere Politiker nichts? Siehe dazu auch meinen Betrag “Die große Heuchelei!?”.

Vielleicht sollten wir die Verantwortlichen an ihren Taten messen und nicht an ihren Worten.

Nutze deinen Kopf / Laß nicht Andere für dich denken

Ein Gedanke zu „Freddie Mercury“

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