Gegenüberstellung: Tempolimit – Impfpflicht

Lesezeit: ca. 2 min / darüber nachdenken: jedem selber überlassen

Am 17.10.2019 stimmte der Bundestag mit 126 Ja Stimmen und 498 Nein Stimmen gegen ein Tempolimit. Neben den Auswirkungen die ein Tempolimit auf unsere Gesellschaft hinsichtlich des Umgangs untereinander haben könnte (dazu empfehle ich den Artikel von Albrecht Müller auf seinen NachDenkSeiten: https://www.nachdenkseiten.de/?p=55687  Zitat aus dem Artikel: “Die allgemeine und kontrollierte Geschwindigkeitsbegrenzung könnte der Einstieg dafür sein, den Umgang miteinander grundsätzlich zu verändern: kommunikativer, rücksichtsvoller, weniger egoistisch, solidarischer.”), möchte ich anhand offizieller Zahlen die Frage stellen wie man gegen ein Tempolimit sein kann, aber gleichzeitig für eine Impfpflicht?

Tempolimit:

Im Jahr 2016 starben 393 Menschen durch Unfälle auf der Autobahn, 2017 waren es 409 und 2018 waren es 424. Dazu gab es jährlich ungefähr 6000 Schwerverletzte und ungefähr 27.000 Leichtverletzte. Die Auswirkungen eines Tempolimits können nur hochgerechnet werden und schanken zwischen 70 und 140 Toten weniger jährlich. Hinzukommt, dass die Anzahl der Verletzten sich auch verringern würde.

Masernfälle:

Im Jahr 2016 gab es in Deutschland 325 Masernfälle, 2017 waren es 929 und 2018 waren es 543. Laut Robert-Koch-Institut liegt die Sterblichkeit bei Masern bei 0.1%. Würde diese Sterblichkeit erreicht wären es in den 3 Jahren keine 2 Toten gewesen. Tatsächlich gab es in den 3 Jahren aber nur einen Toten und dieser Todesfall kann meiner Meinung nach auch nicht eindeutig den Masern zugeordnet werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für ihre Europaregion die aus 53 Ländern besteht (also gut ¼ aller Länder weltweit) für das Jahr 2018 72 Maserntote ausgewiesen.

 

Eigenartiger Weise wird gegen ein Tempolimit damit argumentiert, dass das zu unserer Freiheit dazu gehört (freie Fahrt für freie Bürger). Aber beim Impfen sagt man, das die Freiheit auch Grenzen hat. Die Zahlen zeigen meiner Meinung nach, dass durch ein Tempolimit eindeutig mehr Leben gerettet werden können als durch eine Impfpflicht. Ist es nicht Heuchelei das eine zu befürworten und das andere abzulehnen? Welche Interessen stehen dahinter?

Kann es sein das die mächtige Automobilindustrie nicht an ein Tempolimit interessiert ist, da sonst die PS-starken Fahrzeuge dann vielleicht etwas weniger Anklang beim Käufer finden? Und kann es auf der anderen Seite sein das die mächtige Pharmaindustrie ihre Umsätze durch eine Impfpflicht weiter steigern will?

Wenn jemand für eine Impfpflicht ist dann müsste er meiner Meinung nach erst Recht auch für ein Tempolimit sein (und natürlich auch gegen Waffenexporte und Auslandseinsätze der Bundeswehr; dazu folgt demnächst auch noch der ein oder andere Beitrag).

Quellen:

Unfalltote: https://www.dvr.de/unfallstatistik/de/autobahnen/

70 Tote weniger bei 130: https://www.zeit.de/2019/27/tempolimit-autobahn-verkehrstote-unfallzahlen

bzw. 140 Tote weniger: https://www.spiegel.de/auto/aktuell/tempolimit-koennte-jaehrlich-bis-zu-140-todesfaelle-verhindern-a-1254504.html

Masernfälle: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Praevention/elimination_04_01.html

Masernfälle und Tote WHO: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-02/weltgesundheitsorganisation-masern-who-europaregion-deutschland

erster Totesfall seit 3 Jahren: https://www.n-tv.de/panorama/Masernkranker-stirbt-in-Niedersachsen-article21010218.html

2 Gedanken zu „Gegenüberstellung: Tempolimit – Impfpflicht“

  1. “Wenn jemand für eine Impfpflicht ist dann müsste er meiner Meinung nach erst Recht auch für ein Tempolimit sein[.]”

    Das sehe ich genauso. Oft schüttelt man in Deutschland den Kopf darüber, dass in Amerika an einem veralteten Waffengesetz festgehalten wird, fliegt aber selbst mit 200 km/h über die Autobahn…

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