Grippeimpfung

Wirksamkeit der Grippeimpfung

Lesezeit: ca. 10 min / darüber nachdenken: jedem selbst überlassen

In meinem Beitrag fragen-zum-corona-impfstoff habe ich angemerkt, dass ich die Wirksamkeit der Grippeimpfung nach all den Jahrzehnten der Forschung und Entwicklung als Bescheiden ansehe.

Ich habe dort auch auf den Absatz von Wikipedia zur Wirksamkeit der Grippeimpfung verwiesen. Da der Absatz dort durch die ganzen Fußnoten und auch englischen Fachausdrücken in Klammern etwas unkomfertabel zu lesen ist, habe ich diese Fußnoten und Klammern zur besseren Lesbarkeit rausgenommen.

Vorwort

Angenommen August 2021 wird ein Impfstoff freigegeben (was schon verdammt schnell wäre). Dieser muss dann erst einmal in großen Mengen produziert werden, damit er X Millionen Bürgern verabreicht werden kann (meines Wissens nach gibt es keine Aussage wieviele Bürger sich genau impfen lassen müssen, damit die Einschränkungen dann aufgehoben werden können).
Ein mögliches Szenario wäre also, das die Produktion des Impfstoffes und deren Verabreichung erst Sommer 2022 abgeschlossen ist. Bleiben die Beschränkungen bis dahin bestehen?

Ist jetzt die erforderliche Anzahl (wieviele es auch sein mögen) der Bürger geimpft, wissen wir noch nichts über die Wirksamkeit. Dies lässt sich erst nach 2 – 3 Jahren beurteilen. Dann wären wir irgendwo im Jahr 2025. Mit den Einschränkungen?
(Hat schon mal jemand der Verantwortlichen die sagen nur ein Impfstoff kann uns helfen, beschrieben wie hoch die Wirksamkeit sein muss um die Einschränkungen aufzuheben?)

Und so geht es dann wieviele Jahre weiter?
Nur zu sagen wir brauchen einen Impfstoff ohne zu sagen wie wirksam er sein muss, öffnet die Tore zum beibehalten einschränkender Maßnahmen sehr sehr weit.

Warum ich der Wirksamkeit eine so große Aufmerksamkeit schenke, bitte den folgenden Abschnitt aus Wikipedia lesen.
Beim lesen sollte man sich immer die Frage stellen, ob das warten auf einen Impfstoff gegen das Corona Virus wirklich sinnvoll ist.

Beitrag aus Wikipedia (Hervorhebungen durch mich):

Die Zahl der Veröffentlichungen zur Wirksamkeit der Influenza-Impfung ist groß. Bei den meisten Studien handelt es sich um retrospektive Beobachtungsstudien vor allem in Form von „Test-negativen Fall-Kontroll-Studien“. Dabei werden Daten von Patienten ausgewertet, die in einem bestimmten Zeitraum ärztliche Behandlung wegen „Grippesymptomen“ aufgesucht haben. Es wird festgestellt, ob sich bei ihnen Influenzaviren nachweisen lassen oder nicht. Aus der Anzahl von Geimpften mit Influenzaviren und von Geimpften ohne Influenzaviren lässt sich ableiten, wie wirksam die Impfung ist, wenn auch nur grob.

Die überwältigende Mehrheit der Studien zur Wirksamkeit der Influenzaimpfung erfüllt daher anerkannte Ansprüche an hohe Qualität nicht. So fanden die Autoren einer 2012 an der Universität von Minnesota durchgeführten Metaanalyse zwar nahezu tausend Veröffentlichungen zur Auswirkung der Infektion und der Impfung. Aber nur 31 davon waren wegen ihrer Qualität wirklich auswertbar.

Vor allem Veröffentlichungen zur Frage, inwieweit die Influenza-Impfung die Sterblichkeit von mindestens 65-Jährigen verringert, führten aufgrund der Anlage der Studie zu falschen Annahmen. So wurde in vielen dieser Studien die geltend gemachte Verringerung der Sterblichkeit vorgetäuscht durch Verzerrungen bei der Auswahl der Probanden im Sinne eines „healthy vaccine recipient effect“ (auch: „healthy vaccinee effect“, analog zum Healthy-Worker-Effekt).

Die Autoren machen darauf aufmerksam, dass die Überschätzung der Impf-Wirkung einerseits das Vertrauen der Öffentlichkeit in Impfungen allgemein beschädigt, und anderseits die Entwicklung tatsächlich besser wirksamer Impfstoffe, die dringend sei, behindert.

In der vorgenannten Metaanalyse von 31 Studien zeigte sich: Die trivalenten Influenza-Impfstoffe (TIV) boten durchschnittlich nur einen mäßigen (“moderate”) Schutz, der in manchen Saisons noch weiter verringert wird oder ganz fehlt. Die Wirksamkeit sowohl bei der besonders schutzbedürftigen Altersgruppe von mindestens 65 Jahren als auch bei Kindern zwischen 2 und 17 Jahren ist unzureichend belegt.

Eine Cochrane-Metaanalyse von 2014 untersuchte den Vorteil einer Grippeimpfung für Erwachsene einschließlich schwangerer Frauen und fand einen nur sehr geringen Effekt auf Influenzasymptome und Zahl der Krankheitstage.

Eine Metaanalyse der Cochrane Collaboration ebenfalls von 2012 bestätigte, dass es für Kinder unter 2 Jahren keine ausreichend aussagekräftigen Studien zur Wirksamkeit der Influenza-Impfung gibt.

2006 untersuchte eine Metaanalyse der Cochrane Collaboration den Nutzen von Impfungen für Pflegekräfte von älteren Patienten. Kritisiert wurde die schlechte Qualität des Studiendesigns vieler Untersuchungen. Als wesentliche Aussage wurde zusammengefasst, dass es durch die Impfungen zu keiner Reduktion von Influenza und Infekten des unteren Atemtrakts kam. Dagegen war unter den Geimpften im Vergleich zu den Ungeimpften die Sterblichkeit geringer sowohl insgesamt als auch durch sonstige Lungenentzündungen.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2014 zeigte, dass es bei über 60-Jährigen nach Impfungen gegen saisonale Influenza weniger Atemwegserkrankungen, Lungenentzündungen, Krankenhausaufnahmen und Todesfälle gab. Dieser Effekt war unabhängig davon, ob der genutzte Impfstoff den zirkulierenden Grippeviren entsprach oder nicht.

Eine Cochrane-Metaanalyse aus dem Jahr 2018 mit Daten aus Europa und USA zwischen 1965 und 2000 ergab: In der durch eine Influenza-Infektion besonders gefährdeten Altersgruppe der mindestens 65-Jährigen senkt die Impfung die Häufigkeit einer Infektion in einer Saison von etwa 6 % auf 2,4 %, d.h um 60 %.

Die US-amerikanische Behörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlichen seit 2005 jedes Jahr auf der Grundlage von Test-negativen Fall-Kontroll-Studien Daten zur Wirksamkeit dortiger Influenza-Impfungen. Die Wirksamkeit lag zwischen 2004/2005 und 2017/2018 durchschnittlich unterhalb von 41 %.

Für Deutschland veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), ein Netzwerk aus mehreren hundert ärztlichen Praxen, Impfstoff-Anbietern und dem federführenden Robert Koch-Institut, seit Jahren einen „Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland“.

Laut Bericht für die Saison 2017/2018 lag die Wirksamkeit der Influenzaimpfung gegen den in der Saison 2013/2014 häufig zirkulierenden Subtypen A (H3N2) bei minus 66 % (-187 bis 17 %), Geimpfte waren also nicht etwa seltener, sondern deutlich häufiger mit diesem Virus infiziert als Ungeimpfte.

In der Saison 2017/2018 kamen gemäß WHO-Empfehlung Dreifachimpfstoffe zur Anwendung, in denen der B/Phuket/3073/2013-ähnliche Stamm (Yamagata-Linie) des Influenza-Virus, der im Dreifachimpfstoff der Saison 2015/16 noch enthalten war, durch B/Brisbane/60/2008 ersetzt worden war. Tatsächlich machte die Yamagata-Linie aber 59 % der zirkulierenden Influenza-Viren aus.

Daher betrug in der Saison 2017/2018 die Schutzwirkung durchschnittlich nur 15 %. Insgesamt lag in den Saisons 2012/13 bis 2017/18 die Wirksamkeit der Influenzaimpfungen in Deutschland durchschnittlich unterhalb von 50 %. Das RKI fasste zusammen, die Schutzwirkung der Grippeimpfung sei „grundsätzlich nicht so hoch wie bei anderen Impfungen“. Bei älteren Menschen habe sie „eine Wirksamkeit von 40 bis 60 Prozent. Es gibt auch Jahre, in denen die Schutzwirkung noch geringer ausfällt.“
Die AGI empfiehlt daher, während saisonaler Grippewellen bei Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung auch bei geimpften Personen an Influenza zu denken.

Die WHO hatte für 2018/2019 tri- und quadrivalente (tetravalente) Influenza-Impfstoffe empfohlen mit dem Hinweis, dass sie keinen der beiden Varianten bevorzuge.
Die STIKO wich aber davon ab und empfahl am 11. Januar 2018, für 2018/2019 nur noch tetravalente Impfstoffe. Das RKI machte am 16. Januar 2018 öffentlich Hoffnung, es sei in Zukunft in Form des Vierfachimpfstoffes „ein besserer Impfstoff“ verfügbar. Der gemeinsame Bundesausschuss schloss sich der Empfehlung der STIKO am 5. April 2018 an und ließ in die SI-RL aufnehmen, dass für alle Impfstoffe der Saison 2018/2019 verbindlich nur quadrivalente Impfstoffe zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung erstattungsfähig sind.

Wie schon die Empfehlung der WHO in der vorigen Saison erwies sich die von der WHO abweichende Entscheidung des G-BA allerdings als medizinisch ungeeignet. Unter den ein halbes Jahr später zirkulierenden Viren der Saison 2018/2019 machten die vom B-Typ nur etwa 1 % aus. Fast 99 % waren vom Typ A, überwiegend A(H1N1)pdm09. Daher war die in Deutschland obligatorische zusätzliche Typ-B-Komponente trotz erhöhter Kosten für den Impfstoff ohne entsprechenden medizinischen Vorteil.

Die Wirksamkeit der Influenzaimpfstoffe war vielmehr in der Saison 2018/2019 ähnlich unbefriedigend, wie in der vorigen Saison: In den USA betrug sie durchschnittlich für alle Influenzavirus-Typen und Altersgruppen bei Patienten nur 47 %, lag bei Patienten von mindestens 50 Jahren nur bei 24 % und in einigen Untergruppen wurde sogar festgestellt, dass unter den wegen Beschwerden an den Atemwegen behandelten Patienten deutlich mehr Geimpfte als Ungeimpfte waren.

In elf Staaten der EU (einschließlich Deutschland) lag bis Januar 2019 die Wirksamkeit gegen das fast ausschließlich zirkulierende Typ-A-Virus lediglich zwischen 32 % und 43 % bei ambulanten Patienten und (ohne Daten aus Deutschland) nur bei 38 % bei stationären Patienten.

Dieser geringe Impfschutz für alle Geimpften beruht darauf, dass der Impfstoff gegen Influenza A/H1N1 (dem häufigsten Subtyp dieser Saison) gerade bei Älteren in einigen Untergruppen ohne Wirkung war, obwohl die Antigene der Impfstoffe gut mit den zirkulierenden Wild-Viren vom Typ A/H1N1 übereinstimmten.

Ebenfalls erwiesen sich die Impfstoffe gegen den (weniger oft zirkulierende) Subtypen A(H3N2) in allen Altersgruppen als meist wirkungslos. Es kam sogar wie schon in den Saisons 2013/2014 und 2017/2018 auch in der Saison 2018/2019 dazu, dass in Teilen der geimpften Bevölkerung die Häufigkeit von Influenza-Infektionen deutlich höher war als in der ungeimpften Bevölkerung, für sie also statistisch eine Erhöhung des Influenza-Risikos durch die Impfung bestand.

2019 veröffentlichte das European Centre for Disease Prevention and Control, eine Behörde der EU, eine Metaanalyse und kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie die US-amerikanische CDC: Die Wirksamkeit der in den Saisons 2008/2009 bis 2016/2017 eingesetzten Impfstoffe gegen die jeweils zirkulierenden Viren lag nur zwischen etwa 30 und 60 %.

In der Saison 2018/2019 lag der Schutz gegen den am häufigsten nachgewiesenen Sub-Typ A/H1N1pdm09 gerade bei Geimpften über 64 Jahre, die durch Influenza besonders gefährdet sind, je nach Staat lediglich zwischen 0 % und 37 %. Gegenüber dem seltener nachgewiesenen Sub-Typ A(H3N2) bot der Impfstoff sogar in allen Altersgruppen keinen Schutz.

Das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), dessen amtlicher Auftrag es ist, der allgemeinen Öffentlichkeit mit Gesundheitsinformationen zu helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen, fasst zusammen:

In Saisons mit mittlerer Verbreitung des Grippevirus erkranken ohne Influenzaimpfung 5 von 100, nach Influenzaimpfung 2 von 100 Personen.

Das Deutsche Netzwerk Evidenz-basierte Medizin wies 2019 darauf hin, dass das Patientenrechtegesetz den Bürgern das Recht auf Aufklärung und informiertes Entscheiden zusichert. Um eine informierte Entscheidung treffen zu können, müssen die möglichen Vor- und Nachteile sowie die Unsicherheiten einer medizinischen Maßnahme umfassend und in verständlicher Form präsentiert werden.

Aus der aktuellen Datenlage folgert das Netzwerk Evidenz-basierte Medizin, es gebe Impfungen, deren Nutzen unbestritten ist, so die gegen Kinderlähmung und Pocken. Daneben gebe es aber Impfungen mit bisher unklarem Nutzen, darunter die gegen Influenza. Es dürfe im ärztlichen Aufklärungsgespräch nicht behauptet werden, „dass die Impfung die Erkrankung sehr effektiv und sehr sicher verhindert.“ Bezogen auf die Grippeimpfung wäre eine solche Aussage falsch.

Daten aus Dänemark mit über 600.000 an Bluthochdruck erkrankten Patienten weisen darauf hin, dass die Impfung die Mortalität in der geimpften Kontrollgruppe senken kann. Dies wird dadurch erklärt, dass eine akute Entzündung einer Influenza die Stabilität von Gefäßplaques reduzieren kann.

Fazit

Wenn man sich nur die Wirksamkeit der Grippeimpfung ansieht, eventuelle Nebenwirkungen außen vorgelassen, verstehe ich nicht, warum alles auf die eine Karte Impfstoff gesetzt wird.
Haben wir in unserer technisierten Gesellschaft gar kein Vertrauen mehr in unseren Körper? Ist unser Immunsystem so schlecht, dass wir bisher nur Glück hatten das uns Viren und Bakterien noch nicht ausgerottet haben?

Anmerkung

Auch dieser Beitrag soll und kann keine Empfehlung für oder gegen das Impfen sein, da ich weder Arzt, Apotheker oder sonst etwas mit dem Gesundheitssystem zu tun habe. Ich kann mir nur verschieden Quellen ansehen, dazu gehört auch z.b. das lesen von Beipackzetteln, und dann ein eigenes Urteil bilden und dann danach handeln.

Nutze Deinen Kopf / Laß nicht Andere für Dich denken

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